Grußwort zum Ramadan 2018

Grußwort zum Ramadan 2018

Liebe muslimische Schwestern und Brüder,

in diesen Tagen beginnen Sie im Ramadan Ihr tägliches Fasten.

Damit erinnern Sie auch Christinnen und Christen an die Jahrhunderte alte Fastentradition in der christlichen und jüdischen Überlieferung. In den vom Christentum geprägten Kulturen ist das Fasten der Gläubigen eher auf dem Rückzug. Schon lange verzichten wir eher auf einzelne Speisen wie Fleisch oder Süßigkeiten, aber selten fasten wir radikal und essen mal einen Tag lang gar nichts. So verweisen uns Dialog und Begegnung mit Ihnen auf unsere eigenen Wurzeln und Schätze.

Denn ein Schatz ist es, sich vom Fasten um Gottes Willen daran erinnern zu lassen, dass es Gott ist, der uns nährt und erhält.

Ein Schatz ist es, sich vom Fasten um Gottes willen daran erinnern zu lassen, dass andere nicht freiwillig fasten, sondern sie von Ungerechtigkeit in dieser Welt zum Fasten gezwungen werden.

Fasten erinnert uns in jedem Gefühl des Hungers daran, dass wir auf Gott angewiesen und von Gottes Zuwendung abhängig sind, körperlich und geistlich.

Mit ihrem öffentlichen Fasten nehmen Sie damit eine wichtige Funktion in unserer Überflussgesellschaft wahr, auf die wir dringend angewiesen sind. Möge Ihr Fasten segensreich wirken – in den muslimischen Gemeinden, aber auch in unserer bundesdeutschen Gesellschaft!

Albrecht Fitterer-Pfeiffer