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Urteile und Vorurteile über den Islam in der deutschen Öffentlichkeit

Urteile und Vorurteile über den Islam in der deutschen Öffentlichkeit

Vorstellungsrunde

Festlegung der Themen für die Gruppen

Die vier Gesprächsgruppen

Schlussrunde

Zum Gesprächsabend über „Urteile und Vorurteile über den Islam in der deutschen Öffentlichkeit“ fanden sich am 10. Oktober vierzig Personen in der Christus-Kapelle der evangelisch-methodistischen Gemeinde in Karlsruhe-Grötzingen ein. Nach der Begrüßung durch Petra Siegers vonseiten der Gastgeber führte Pfarrer i. R. Eckhart Marggraf durch den Abend. Er zitierte aus einer im September veröffentlichten Umfrage der Evangelischen Kirche in Deutschland: 54 Prozent der Bevölkerung verneinen, dass der Islam in die deutsche Gesellschaft passt. Gleichzeitig sagt eine Mehrheit von 69 Prozent, dass die Muslime zum Alltagsleben gehören. Bei Leuten, die Kontakt zu Muslimen haben, ist die Akzeptanz größer als bei den anderen. Deshalb sei ein solcher Gesprächsabend so wichtig.

Bei der Vorstellungsrunde im großen Stuhlkreis wurde deutlich, wie verschiedenartig die Anwesenden waren, auch die neun Menschen muslimischen Glaubens darunter. Als Themen für die anschließenden Gesprächsrunden wurden genannt: Grenze zwischen dem Islam als Religionsgemeinschaft und als politische Organisation, Scharia, islamischer Religionsunterricht, Probleme der Muslime mit der Mehrheitsgesellschaft, die DITIB und die anderen Islamverbände. In vier Gruppen wurden diese Fragen besprochen, meist in angenehmer Atmosphäre. Nur beim Thema Scharia gab es eine Auseinandersetzung. Ein Teilnehmer wollte nicht akzeptieren, dass die religiösen Bestimmungen der Scharia von der Religionsfreiheit gedeckt sind und dass die zivil- und strafrechtlichen nicht greifen, da die Muslime auch nach ihrem Selbstverständnis den Gesetzen des Landes unterworfen sind, in dem sie leben.

Nach einem Imbiss wurde in der Schlussrunde aus den Gruppen berichtet und es wurden Rückmeldungen gegeben. Eine türkischstämmige Muslima, die zum ersten Mal an solch einem Gespräch teilnahm, stellte fest, dass die Angst voreinander das größte Problem bei der Verständigung ist und bat die Anwesenden, mutig den ersten Schritt zu tun. Ein Teilnehmer schlug vor, beim nächsten Gesprächsabend dieser Art ein Thema vorzugeben und Referenten dazu einzuladen, um tiefer in eine Materie einzudringen. Diese Idee wird gerne aufgegriffen.

Zum Schluss kam eine aus dem Iran stammende Grötzinger Mitbürgerin, Sara Ehsan, zu Wort. Sie lebt den Islam in seiner sufistischen, mystischen Form und beschäftigt sich mit den heiligen Schriften verschiedener Religionen. Beeindruckt vom Vaterunser brachte sie ihre Gedanken in die Form eines Gedichts, das sie vortrug, nachdem auf ihren Vorschlag hin die Christen das Vaterunser gesprochen und Rüstü Aslandur, auch ein Grötzinger, die Fatiha, die erste Sure des Korans, auf Arabisch und Deutsch vorgetragen hatte.

Dessen Antlitz ist überall auf der Erde

wir segnen deinen Namen viel zu selten

dein Reich liegt außerhalb unserer Vorstellungskraft

und dieses Reich gaben wir der Zerstörung preis

mein Wille nervt mich, und alle anderen auch

was spielen schon Himmel und Erde für eine Rolle

im unbegrenzten Raum, dem unendlichen Zeitgefüge

wir vergiften unsere Nahrung, das macht uns krank

und die Schuld liegt auf uns

wie können die, denen wir noch etwas schulden, uns je entbinden

ich bin zu arm und habe keine Schuldiger

– denn du bist die subtile Kraft

schenkst herrliche Momente, die leider nicht ewig währen

Amen.