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Weihnachtsgruß 2017

Weihnachtsgruß 2017

Liebe Mitglieder und Freunde der Christlich-Islamischen Gesellschaft Karlsruhe,
liebe Freunde des Dialogs zwischen den Religionen,

wir Muslime in der CIG Karlsruhe wünschen den Christen ein gesegnetes Weihnachtsfest 2017. Sie feiern die Geburt Jesu, der im Koran ein geehrter Prophet ist, der allen Menschen die Botschaft Gottes überbrachte.

Mir ist ein Spruch Jesu eingefallen, auf den ich mich gerne berufen möchte: „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Wer so klein und unbedeutend vor den Menschen steht wie die Kinder, der ist in der Welt Gottes der Größte.“ Er sagte dies zu seinen engsten Gefährten, als sie sich um ihre Rangordnung stritten. Was bedeutet das heute für uns?

Kinder wissen, dass alles, was sie zum Leben brauchen, von den Eltern kommt. Kinder sind ungeheuer ehrlich, sie verstellen sich nicht. Kinder streiten sich, aber am nächsten Tag ist oft alles wieder vergessen. Kinder vertrauen ihren Eltern bedingungslos. Kinder wissen, dass sie ohne ihre Eltern verloren sind. Kinder wissen, dass sie die Liebe ihrer Eltern brauchen.

Menschen, die keine Kinder mehr sind, streben oft nach Bedeutung, Größe und Anerkennung. Es ist in diesem Bestreben meist sehr schwer, sich einzugestehen, dass alles von Gott kommt. So sehr sich ein Mensch auch anstrengen mag, ohne Gottes Hilfe wird ihm nichts gelingen. Und Gott urteilt nicht nach der Größe und der Bedeutung eines Menschen, sondern danach, wie gottesfürchtig er ist und wieviel Vertrauen er Gott entgegenbringt und wie stark er nach Gottes Geboten lebt. Gott braucht man nicht zu beweisen, welche Stärke und Bedeutung man hat.

Wir Menschen sind von Gott nur als Verwalter dieser Welt eingesetzt und wir müssen diese Aufgabe in seinem Sinne tun, nicht in unserem.

Werdet wieder wie die Kinder: Werdet so vertrauensvoll, werdet so naiv und offen, werdet so ehrlich, wie Kinder sind. Leistung ist etwas Gutes, sich anzustrengen ist etwas Gutes, aber es sind keine Garantien dafür, das Paradies zu erreichen. So zu denken, ist die falsche Haltung. Gottes Paradies kann man sich nicht erarbeiten, wir erreichen es nur durch seine Gnade und Barmherzigkeit. Indem wir seine Gebote befolgen. Wir haben oftmals vergessen, dass auch wir als erwachsene Menschen nicht ohne Liebe leben können. Stattdessen verderben wir unser Leben durch Lieblosigkeit, Härte und Hochmut. Wir verderben uns mit Unbarmherzigkeit, Respektlosigkeit und Missachtung.

Werdet wie die Kinder: Werdet klein und demütig und vertraut auf Gott. Seid barmherzig miteinander. Vertretet eure Ansichten und streitet miteinander, aber erkennt auch, wann der andere Recht hat und beharrt nicht auf eurer Haltung. Streitet, aber beendet den Streit auch. Schädigt oder tötet niemanden, weil er eine andere Meinung hat. Fragt euch, ob das, was ihr tut, auch Gott gefällig ist. Reicht dem anderen zur Versöhnung am nächsten Tag die Hand, wie die Kinder. Unsere Welt braucht Zusammenhalt, keine Zerrissenheit, kein Beharren darauf, dass wir die alleinigen Vertreter des Rechts sind.

Werden wir wie die Kinder und gestalten wir eine Welt, die lebenswert ist, so wie Gott es uns anbefohlen hat.

Möge Gottes Segen auf alle Menschen kommen.

Ingeborg Schmitt-Hiba, stellvertretende muslimische Vorsitzende der CIG Karlsruhe